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"Im August 1990 war ich Obergefreiter
bei den US Marine Corps. Man beorderte mich in den Nahen Osten.
Der Golfkrieg drohte. Vier Jahre zuvor hatte ich mich, weil ich
dachte, ich hätte nichts Besseres mit meinem Leben anzufangen,
in Salinas, Kalifornien, freiwillig zum Militärdienst gemeldet
und der Rekrutierungsstelle gesagt, sie sollten mich »dort einsetzen,
wo ich am meisten gebraucht werde«. »Was soll ich mit meinem Leben
machen?« Dies war und ist eine enorm wichtige Frage für Jugendliche.
Heute, nach dem Schrecken und der Tragödie des 11. September,
ist sie für Millionen junger Menschen wichtiger als je zuvor.
Wer die Bilder gesehen hat, wird sie nie vergessen. (...) Nun hören
wir im Fernsehen den Ruf nach »Rache«, »endloser Gerechtigkeit«
und »Etwas muss geschehen!«. Es weht die rot weiß blaue Fahne,
um das Leid zu lindern, und wir sagen damit: »Das lassen wir uns
nicht gefallen!«. Vielleicht wäre ich heute auch einer dieser
Jugendlichen, die sich jetzt anwerben lassen, wenn ich nicht diese
vier Jahre bei den Marines verbracht hätte. Meine Einheit trainierte
die meiste Zeit für den Kampf gegen Bauern, die in ihren Ländern
Nicaragua, EI Salvador und Guatemala wagten, gegen »amerikanische
Interessen« zu verstoßen. Ich sah bittere Armut auf den Philippinen,
von der amerikanischen Regierung sanktionierte Prostituierten Ringe
im Dienst der USA Streitkräfte in Südkorea, ungehemmten
Rassismus gegen die Menschen in Okinawa und Japan, wo die Standardantwort
für ein Kind, das mit dem Friedenszeichen grüßte,
lautete: »Warte nur, Schlitzauge, zwei Bomben sind auch für
dich.« (...) Als die Vereinigten Staaten den Golfkrieg begannen,
hatte ich begriffen, dass die Welt keinen weiteren amerikanischen
Soldaten mehr brauchte oder wollte.
Auch wenn sie mir nicht wirklich
ähnlich sahen, fand ich, dass ich mehr mit den einfachen Leuten
im Nahen Osten gemein hatte als mit denen, die mir befahlen, sie
zu töten. Es war auch nicht beruhigend, den Kommandeur meiner
Einheit zu hören, der sagte, wir würden »diese Lumpen
atomisieren, bis sie glühen«, wenn etwas schief ginge. Ich
lehnte mich dagegen auf und erklärte öffentlich, ich wolle
keine Figur in Amerikas Machtspiel um Profit, Öl und Herrschaft
im Nahen Osten sein. Ich forderte zum Widerstand auf und verkündete,
dass ich, wenn man mich in die saudiarabische Wüste bringen
würde, mich weigern würde zu kämpfen. Ein paar Wochen
später setzte ich mich auf die Startbahn, während Hunderte
von Marines, ... an mir vorbei gingen und ins Flugzeug stiegen.
Ich kämpfte den Golfkrieg aus einem Militärgefängnis
heraus. Nachdem Kriegsgegner in aller Welt mir halfen, freizukommen,
kämpften wir auf den Straßen weiter. Damals gelang es
uns jedoch nicht, den Krieg zu stoppen. (...) Man muss nicht Pazifist,
Kommunist, Ouäker oder Humanist sein, um sich gegen diesen
Krieg zu wenden. Doch es ist gewiss hilfreich, lnternationalist
zu sein und zur Kenntnis zu nehmen, dass unsere gemeinsame Zukunft
von der Mehrheit der Menschheit abhängt, nicht von denen, die
diese schreckliche Chance nutzen, um mit Krieg zu drohen. Ihr, die
Männer und Frauen in Uniform, müsst jetzt eine Entscheidung
treffen. Eure Befehlsgeber erwarten, dass ihr schweigt. Doch die
Interessen der Menschheit erwarten mehr von euch. Denkt. Redet.
Und wenn ihr euch zum Widerstand entschließt, dann wisst,
dass Hunderttausende euch terstützen werden. Viele von ihnen
sind schon auf die Straße gegangen, um gegen diesen Krieg
zu protestieren."
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