27.9.2000
Woche aktuell 38/00
Starke Zunahme der Internet-Nutzer
War das Internet noch vor einigen Jahren ein Informations- und Kommunikationsmedium für eine relativ überschaubare, klar definierte Gruppe von Nutzern, so ist es inzwischen zum festen Bestandteil des Alltags vieler Menschen in den verschiedensten Bevölkerungsschichten und Berufen geworden. Zu diesem Ergebnis kommt die ARD-/ZDF-Online-Studie 2000, die auf ähnlichen Studien in den Jahren seit 1997 aufbaut.
Die Zahl der Nutzer insgesamt hat sich seit 1997 auf 18,3 Millionen mehr als vervierfacht. Im Frühjahr 1998 surften bereits 6,6 Millionen Menschen im Netz, also 61 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Zuwachsrate von 1998 bis 1999 lag bei rund 70 Prozent, die von 1999 auf 2000 bei 63 Prozent.
Diese Zuwachsraten sind fast ausschließlich auf neue Online-Anschlüsse zu Hause zurückzuführen. Während 1997 die Nutzung am Arbeits- oder Ausbildungsplatz im Vordergrund stand, nahm dieser Anteil in den folgenden Jahren zugunsten der privaten Internetnutzung ab. 76 Prozent der Online-Nutzer in Deutschland haben inzwischen die Möglichkeit, zu Hause im Internet zu surfen. Die Steigerungsraten gingen vor allem von denjenigen aus, die sowohl privat als auch am Arbeitsplatz mit dem Internet zu tun haben.
|
Nutzeranteil nach Bevölkerungsgruppen 1997 bis 2000 (in %) |
||||
|
1997 |
1998 |
1999 |
2000 |
|
|
Gesamt |
6,5 |
10,4 |
17,7 |
28,6 |
|
Geschlecht |
||||
|
männlich |
10 |
15,7 |
23,9 |
36,6 |
|
weiblich |
3,3 |
5,6 |
11,7 |
21,3 |
|
Alter in Jahren |
||||
|
14 - 19 |
6,3 |
15,6 |
30 |
48,5 |
|
20 - 29 |
13,2 |
20,7 |
33 |
54,6 |
|
30 - 39 |
12,4 |
18,9 |
24,5 |
41,1 |
|
40 - 49 |
7,7 |
11,1 |
19,6 |
32,2 |
|
50 - 59 |
3 |
4,4 |
15,1 |
22,1 |
|
60 oder älter |
0,2 |
0,8 |
1,9 |
4,4 |
|
Schulbildung |
||||
|
Volksschule |
1,3 |
2,9 |
4,9 |
7,5 |
|
weiterführende Schule |
5,9 |
7,5 |
15,7 |
31,4 |
|
Abitur |
16,5 |
23,9 |
50,9 |
79,2 |
|
Studium |
29,1 |
48,5 |
62,5 |
86 |
|
Berufstätigkeit |
||||
|
in Ausbildung |
15,1 |
24,7 |
37,9 |
58,5 |
|
berufstätig |
9,1 |
13,8 |
23,1 |
38,4 |
|
Rentner/nicht berufstätig |
0,5 |
1,7 |
4,2 |
6,8 |
Inzwischen sind bereits 21,3 Prozent aller Frauen online, aber 48 Prozent von ihnen haben ausschliesslich zuhause die Möglichkeit dazu. Auch bei Jugendlichen zwischen 14 und 19 Jahren überwiegt der private Internetzugang. Vor allem Hauptschüler oder Auszubildende in handwerklichen Berufen haben nur geringe Zugangschancen zu diesem neuen Medium. Die höchsten Steigerungsraten bei den Online-Zugängen gab es 2000 wie auch bereits 1999 in Bevölkerungsgruppen, die bis vor wenigen Jahren kaum Kontakt mit dem Internet hatten. Bis 1998 waren die Online-Nutzer hauptsächlich berufstätig (70 Prozent), männlich (72 Prozent), formal hochgebildet (62 Prozent) und zwischen 20 und 39 Jahre alt (63 Prozent). 1999 veränderte sich das bereits hin zu einem höheren Anteil weiblicher, jüngerer und älterer Nutzer. Die Zahl der Internetanwender mit Volks- oder Hauptschulabschluss stieg um das 4,4-fache. Dieser Trend setzte sich 2000 fort. Die Frauen machen inzwischen 39 Prozent der Internetnutzer aus. Bei den über 50-jährigen hat sich deren Zahl mehr als verachtfacht. Trotz dieser schnellen Entwicklungen ist der Stand weit davon entfernt, dass alle Bevölkerungsgruppen in gleicher Weise Zugang zum Internet haben. Der Anteil der akademisch gebildeten Internetnutzer liegt bei 85,4 Prozent, der der Volksschulabsolventen bei 7,4 Prozent. Von den Unter-30-Jährigen ist jeder Zweite inzwischen online, bei den Über-60-jährigen nicht einmal jeder Zwanzigste.
Quelle: Media-Perspektiven 8/2000
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