20.9.00

Woche aktuell 38/00

Beständiger Rückgang der Alpengletscher

Seit mehr als hundert Jahren untersucht der Österreichische Alpenverein das Verhalten der österreichischen Gletscher. Die Gletscher der Alpen sind empfindliche Indikatoren der klimatischen Entwicklung in Europa. Die Messreihen und Beobachtungen des Alpenvereins zeigen seit mehreren Jahrzehnten einen beständigen Schwund der Gletscher – nur unterbrochen durch eine kurze Phase zwischen 1975 und 1985. In dieser Entwicklung spiegelt sich die zunehmende Erwärmung der Erdatmosphäre durch den verstärkten Treibhauseffekt wider.

Das untenstehende Diagramm der Entwicklung seit 1959 zeigt, welcher Prozentanteil der vermessenen Gletscher jeweils von einem Jahr zum anderen vorstieß, stagnierte und zurückwich:

Das folgende Diagramm zeigt die durchschnittliche Längenänderung aller gemessenen Gletscher seit 1959 in Metern:

Der Gletscherbericht 2000 des Österreichischen Alpenvereins veröffentlicht eine Untersuchung der Längenänderung von insgesamt 103 Gletschern, die im Winter 1998/99 von ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern des Alpenvereins durchgeführt wurde. Gegenüber dem Vorjahr, in dem alle beobachteten Gletscher zurückgeschmolzen sind, wurden diesmal wieder an 2 Gletschern Vorstoßbeträge registriert und 9 Gletscherenden konnten als stationär eingestuft werden. 92 Zungenenden (89 Prozent) sind zurückgeschmolzen. Damit setzt sich der generelle Trend der letzten Jahre weiter fort und wird durch die beobachteten Einsinkbeträge und die rückläufigen Fließgeschwindigkeiten untermauert.

Quelle: Heft 2/2000 der Alpenvereinszeitung

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