Das Zyanidlaugungsverfahren, wie es in der rumänischen Goldmine in Baia Mare angewendet wird, ist mittlerweile eines der am häufigsten angewendeten Verfahren zur Goldgewinnung weltweit, weil es einfach und billig ist. Dies allerdings nur so lange, wie die Umweltzerstörung nicht eingerechnet wird. Beim Zyanidverfahren wird das goldhaltige Gestein in Auffangbecken mit einer Lösung versetzt, die das Gold zu 99% aus dem Erz herauslöst. Zyanid ist das Salz der Blausäure und eine der giftigsten Chemikalien überhaupt. Der weltweit zweitgrößte Zyanidproduzent ist die "Deutsche Gold und Silber Anstalt" (Degussa). Weltweit werden jährlich zwischen 3.000 und 4.000 Tonnen Gold abgebaut. Für jede gewonnene Tonne Gold müssen rund drei Millionen Tonnen Erde bewegt werden.
Die Zahl der hochgradigen Umweltvergiftungen besonders durch den Gold- bzw. Silberabbau sind sehr zahlreich. Vergiftungen gibt es aber auch beim Abbau von Kupfer, Zink und Blei:
1995 barst das Rückhaltebecken der Omai-Goldgrube in Guyana (Südamerika). 4,2 Millionen Kubikmeter giftiger Schlamm-Massen flossen in den Essequibo-Fluß. Betreiber waren die kanadische Cambior Ltd. und die US-amerikanische Golden Star Resources. Ähnliche "Unfälle" passierten auch auf den Philippinen und in Südafrika.
1983 brach am Dnister in Stebnik (Moldawien) der Damm eines Rückhaltebeckens für Minenabfälle und vernichtete auf 200 Kilometer das Leben in dem Fluß.
1998 ergossen sich 5 Millionen Kubikmeter Giftschlamm aus einem Zink- und Blei-Bergwerk in Andalusien, das dem schwedischen Bergbau-Konzern Boliden Ltd. gehörte, in den Fluß und vergifteten weite Teile des Naturschutzgebietes Donana.
In den USA verseuchten im Mai 1998 Zyanid-Abfälle den Whitewood Creek in South Dakota.
1998 stürzte an der Goldmine Kumtor in Kirgisien ein LKW mit einer Ladung Zyanid auf dem Weg zur Goldmine um und verseuchte den Isyk-Kul-See. Anfang diesen Jahres stürzte ein LKW mit Salpetersäure um. Die Mine in Kirgisien gehört nicht nur zu einem Drittel einem kanadischen Konzern, sie wird mit internationalen Entwicklungsgeldern finanziert, u.a. von der Europäischen Bank für Wiederaufbau.
In Indonesien verseucht der weltweit größte Bergbaukonzern, Rio Tinto, in der Provinz Irian Jaya (Westpapua) mit giftigen Abfällen aus der Freeport Kupfer- bzw. Goldmine den Ajikwafluß.
Die Proteste gegen die Umweltzerstörung durch den Goldabbau nehmen weltweit zu und bringen die Bergbaukonzerne auch zunehmend in Schwierigkeiten. Hier einige Beispiele:
Auf den Philippinen kämpfen Dorfbewohner in Itongon, Benguet, gegen die Benguet Corp. und den Goldabbau (1999).
Im Dezember 1999 protestierten 6.000 peruanische Bauern vor der Minera Yanacochea Goldmine, weil sie nicht die Region entwickle, sondern den Boden und das Wasser vergiftet.
In Guyana zogen letztes Jahr 500 Bauern aus der Essequibo-Region vor Gericht, um von den Betreibern der Mine Wiedergutmachung zu bekommen.
In Irian Jaya/Westpapua (Indonesien) und Papua Neuguinea gibt es anhaltenden Widerstand gegen die Gold- und Kupfermonopole, allen voran Rio Tinto und BHP. Der Kampf gegen die Umweltzerstörung ist hier ein wesentlicher Bestandteil auch der Unabhängigkeitsbewegungen in Westpapua und auf Bougainville.
Anhaltenden Widerstand leisten Türken gegen geplante Goldabbauprojekte in Bergama (Pergamon) und Endremit. Hier will die Firma "Eurogold", an der auch eine australische Firma beteiligt ist, Gold im Zyanidverfahren abbauen. Inzwischen haben Gerichte das Vorhaben gestoppt. Dazu beigetragen hat, daß die Betroffenen den Protest auch nach Deutschland getragen haben, weil verschiedene deutsche Firmen an dem Projekt beteiligt waren. Einige, darunter die Frankfurter Metallgesellschaft, haben sich daraus zurückgezogen.
In Olympiada in Griechenland protestieren Einwohner seit 12 Jahren gegen den Bau einer Anlage auf der Halbinsel Chalkidiki. Hier will das kanadische Goldunternehmen TVX Gold und Silber abbauen - mit Hilfe eines Kredits der Deutschen Bank in Höhe von 260 Millionen DM.